Noch mehr Retro

Retro ist Trend. Gerade die IT-Medien haben für sich entdeckt, dass eine erhebliche Zahl ihrer Leser, Hörer und Zuschauer ein ganz besonderes Interesse an der Rückschau auf Themen von früher haben. Im Vergleich zu Bereichen wie der Musik oder dem Film ist das schon erstaunlich. Musik aus früheren Zeiten ist heute noch erstaunlich breit vertreten. Ein Fan von Vivaldi oder Mozart spricht von seiner Musik nicht als Alt, Vintage oder Retro sondern von Klassik und empfindet das eher als Beschreibung einer Stilrichtung. Selbst bei den frühen Werken des Rock spricht man eher vom Vintage-Sound – die Songs selbst erreichen uns mal mehr, mal weniger originalgetreu auch heute immer wieder als Cover-Versionen.

Die IT hingegen ist im Grunde getrieben vom Drang nach stetig Neuem. Im Fachhandel findet man kaum ernsthaft noch eine Version von z.B. Windows 95 um es als Betriebssystem für seinen Computer zu verwenden. Auch bei der Hardware würde man sich nichts kaufen, was spürbar länger als ein Jahr auf dem Markt ist. Enthusiasten ist hingegen klar: was sie sich heute für sehr viel Geld kaufen, ist morgen schon für die Hälfte zu haben.

Wer sich mit Computern beschäftigt, kennt auch diesen Drang seine Angelegenheiten noch schneller, schöner und einfacher damit erledigen zu wollen. Die großen Aufgaben der IT sind inzwischen alle gelöst – nun gilt es nur noch mehr Eleganz, mehr Komfort und eine größere Verzahnung in alle Bereiche zu bringen.

Retro-Fans sind meist schon etwas älter. Mir ist zumindest noch niemand begegnet, der erheblich jünger als 35 Jahre war und sich für alte Computer, Videospiele der 80er und ähnliches begeistert hat. Wenn ich mich mit anderen Retro-Fans unterhalte, höre ich oft Aussagen wie „Ich weiß noch genau, wie das war, als ich das erste Mal das Kickstart in meinen Amiga geladen habe“, „Die Ladezeiten des Movie Monster-Games von Datasette am C64 waren schon die Hölle“ oder „Die Grafik von Pitfall auf dem Atari VCS war einfach Granate.“
Wir haben die Imperfektion der Technik erlebt und waren trotzdem begeistert. Oftmals hat uns unser Umfeld die Mängel ganz genau aufgezeigt und wir haben trotzdem nicht davon abgelassen.

Schon seit einer ganzen Zeit will ich meine sicherlich positiv verklärten Erinnerungen in einem Blog und vielleicht auch per Video in die Welt tragen. Nun fange ich endlich damit an.
Ich will aber nicht nur meine Erinnerungen teilen, dieses Projekt soll mir auch die Gelegenheit bieten, mich noch einmal mit den verschiedenen Aspekten der Technik meiner Jugend auseinander zu setzen. Mal sehen, was ich aus der Vergangenheit für Erkenntnisse für Gegenwart und Zukunft ziehen kann.
Mich interessieren aber auch die verschiedenen Menschen, die damals und heute mit meiner Leidenschaft in Verbindung standen und noch stehen. Hier möchte ich mit ihnen reden, um ihre ganz persönliche Sicht und Erfahrung auf Begebenheiten und Ereignisse rund um meine Leidenschaft zu erfahren. Was für einen besseren Vorwand dafür kann ich finden, als dieses Projekt?

Natürlich hoffe ich auch auf zahlreiche Kommentare von all den Menschen, die hier auf meine Texte und Videos stoßen. Jeder Retro-Fan hat schließlich so seine eigenen Erfahrungen gemacht und würde diese gerne mit der Welt teilen, ohne gleich ein eigenes Blog oder YouTube-Channel dafür zu starten. Ihr seid daher herzlich eingeladen, immer auch über eure eigenen Erlebnisse zu berichten. Sollte ich über eurer Thema noch nicht gesprochen habe, schreibt mir gerne einfach eine Nachricht über meine Website www.michas-retro.de/kontakt – vielleicht ist gerade eure Geschichte ja der Anlass für mich, über ein Thema zu sprechen.

Ich unterwerfe mich bei diesem Projekt übrigens keinem Zeitplan. Texte, Videos und was es sonst noch geben wird, erscheinen, wenn sie eben erscheinen. Ihr könnt daher einfach immer wieder meine Seite und meinen YouTube-Channel besuchen oder ihr abonniert einfach entweder den RSS Feed meiner Website oder gleich den YouTube-Kanal (dort aber nicht die Glocke vergessen, sonst informiert euch YouTube doch nicht, wenn es etwas Neues gibt).

Ich hoffe, wir werden gemeinsam viel Spaß und Freude sowohl mit dem Wiedererleben als auch dem Erinnern an frühen Tage der Computer- und Videospiel-Geschichte haben.

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